Trainsjoch – Bayrischzell

Über Stock und über Stein… Wer kann das wohl sein?

3 Münchnerkindl, die einen traumhaften Sonntag im Oktober in den österreichischen Bergen verbringen wollten.

Meine Wanderausflüge beschränkten sich bisher auf ein weitaus einfacheres Niveau.
Ich erinnere mich an die gemütlichen Tage mit der Familie und Freunden.
Zusammen stiegen wir am Bergfuß in die Gondel ein und ließen uns bis zur Mittelstation chauffieren. Oben angekommen begann die „Wanderung“. Ganz entspannt marschierten wir also, bis wir zur Mittagszeit in eine urige Hüttn einkehrten und uns dort mit frisch gebackenem Brot zur Brotzeit verwöhnen ließen.
Ab und zu schafften wir es sogar auch ohne Gondel nach oben, wenn der Weg nicht all zu entkräftend war.
Herrlich waren auch die langen Spaziergänge um den Schliersee, Tegernsee oder Chiemsee…

Aber nun genug mit den schönen Erinnerungen.

8 Uhr, Abfahrtszeit!

Mit dem guten Bäcker Latte ging´s also los in Richtung Bayrischzell zum Trainsjoch.
Als Reisebegleiter ein super Wanderbuch mit Routenbeschreibung aus der Steinzeit.
Natürlich schafften wir es nicht ganz so problemlos zum Berg. Nach einem kleinen Umweg erreichten wir das Ziel immerhin.

Motiviert wie wir waren folgten wir den erstbesten Schildern Richtung Forstweg, auf welchem sich jedoch keinerlei andere Wanderer befanden.
Warum? Nun ja, dieser „Forstweg“ war eher nicht für uns gedacht.
Die Schranke bemerkten wir auch erst, als sie von einem Traktorfahrer wieder geschlossen wurde – peinlich- .
Aber auch wir 3 Stadtkinder schafften es noch zum richtigen Wanderweg.

Ich gute Seele, hatte selbstverständlich nicht einmal richtige Wanderschuhe an, die anderen Abenteurer überholten uns hingegen der Reihe nach mit kompletter Wanderausrüstung.
Nach 15 Minuten folgte auch schon die erste kleine Pause.
Wir wünschten uns bereits wir wären NACKT.
Es war extrem heiß, wir keuchten jetzt schon leicht und die Steigung wurde von mal zu mal extremer.

„Ach, das wird dann oben bestimmt entspannter!“ – redeten wir uns ein.

NIX da!

1 Stunde später und wir erreichten die kleine Alm, die auf der „Hälfte“ des Weges lag.
Motivation hatten wir, unser Ziel war immerhin das Gipfelkreuz!
Selbst gemachter Kaiserschmarrn wartete erst später auf uns.

Noch nie, wirklich nie, habe ich ein Gipfelkreuz bestiegen und jetzt weiß ich auch warum…
Der Weg dorthin war abartig!
Wir waren gefühlt die einzigen Idioten ohne Wanderstöcke und ich zudem noch ohne „trittfestes“ Schuhwerk.
Es nahm einfach kein Ende. Jedes mal wenn wir glaubten nach der nächsten Kletteraktion den Berggipfel erreicht zu haben, tauchte dahinter ein erneuter Anstieg auf.
Aber was die Rentner hier hinlegten, musste doch auch für uns zu schaffen sein!

Meine stetige Angst war weiterhin: Wie um alles in der Welt kommen wir diesen Anstieg wieder hinunter?! Kann mich am Gipfel vielleicht ein Heli abholen, wenn ich einen Zusammenbruch vortäuschen würde? Ach, vielleicht brauche ich ihn ja nichtmal vorzutäuschen…

Ich gebe zu, die Aussicht war atemberaubend. Und wir waren echt stolz es bis oben unversehrt geschafft zu haben.
Zu meiner Rettung gab es natürlich noch einen weitaus einfacheren Weg zurück zur Alm, den wir schlauen Füchse zu Beginn natürlich nicht beachteten. Dort stärkten wir uns nach insgesamt 5,5 Std zum krönenden Abschluss, bevor wir uns in Richtung Stau zurück nach München begaben. Gemeinsam mit den lieben Isarpreißn die sich vom Tegernsee zu uns gesellten, schafften wir es auch nach über 2 Stunden zurück nach Hause.

Wer von euch also auf Abenteuer steht und so einen Tag gerne umgeben von schönster Natur verbringt, der kann sich diesen „Geheimtipp“ meinerseits auf jeden Fall vormerken.
Die Mariandlalm begrüßt euch das ganze Jahr über!

Auch für so geübte Wanderer, wie mich, ist es tatsächlich doch zu schaffen und mit den richtigen Leuten ein genialer Tag!

In Liebe,

Eure La Milia

Mein Name ist Laura. Ich bin 24 Jahre alt und ein waschechtes Münchnerkindl. Mit meiner Website La Milia will ich euch einen Blog bieten, bei welchem für Jeden etwas dabei ist. "Der Sinn des Lebens, ist zu leben." Dies entspricht meiner Lebenseinstellung, weshalb ich euch die schönen Dinge nahebringen werde, die meinen Alltag jeden Tag einzigartig machen.

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