Prüfungsphase

Morgens. Ein gewöhnlicher Tag könnte man meinen. Es ist still.
In meinem Kopf schwirrt alles. Rechnungen, Formeln, latente Steuern und Paragrafen verketten sich und bilden einen unentwirrbaren Knoten. Als dieser jedoch durch ein Geräusch gesprengt wird.

Tick…Tack…Tick…Tack…

Die Zeit. Sie rennt und rennt, immer schneller. Rücksichtslos verstreicht sie einfach.
Tage fühlen sich wie Stunden an, Minuten wie Sekunden und ich sitze mitten drin, eingesperrt in meinem WG-Zimmerchen und komme nicht mehr klar.

Es ist als würde man neben sich stehen. Jeder Tag grau und trüb.
Man reagiert viel zu schnell emotional, wird leicht aufbrausend, weil einen der Stress anfängt langsam im Inneren anzuknabbern.

Ich stehe Morgens auf, setzte mich an meinen Schreibtisch, Mittags mache ich kurz Mittagspause, setzte mich dann wieder an den Schreibtisch, knipse erst Abends die Schreibtischlampe aus, putze Zähne und gehe dann – UNGEDUSCHT – ins Bett, um den darauffolgenden Tag exakt wieder so zu bestreiten.

Auf meinem Handy befinden sich keine schönen „Throw Backs“ mehr vom letzten Urlaub.
Nein, es herrscht ein einheitlicher Farbton – Weiß.
Herrlich karierte Blätter mit unterschiedlichen Textmarkerkonzepten und Schriftzügen, mit den seitenlangen Rechnungen, Erklärungen und Aufzeichnungen meiner Kommilitonen.

WhatsApp wird nicht mehr für Smalltalk gebraucht, vielmehr hingegen für Screenshots und Sprachnotizen, die den Zusammenhang von Klausur und Gehirn herstellen sollen.

Konsumiert wird ausschließlich Tee, Kaffe und Schokolade. Immerhin muss man sich ja auch für die 4 Wochen Alkoholabstinenz belohnen.

Gespräche finden nur noch im Rahmen einer Lerngruppe statt, in der man sich gegenseitig bemitleiden kann.
Allgemein steigt das Selbstmitleid und die Wehleidigkeit enorm und keiner kann verstehen, dass man es so schwer hat im Leben.

Es herrscht ein Wettlauf gegen die Zeit, gegen die Professoren, gegen das Bildungssystem, gegen ALLE, die sich nun gegen einen verbündet haben.

Frage: Wie schaffe ich es, innerhalb von 4 Wochen 7 Prüfungen zu bestehen – gut dazu wäre wünschenswert – und pro Fach ca. 300-500 Seiten Skript in mein Gehirn zu stopfen.

Antwort des Professors: „Bulimie-Lernen“
Ja richtig, 3 Tage pro Fach wird sich hingesetzt und gefressen – und zwar das ganze Skript.
Zur Prüfung wird einfach alles ausgekotzt.
Im Anschluss kann man davon ausgehen, dass man davon zwar nichts mehr behalten hat, aber das ist dann letztendlich nicht mehr unser Problem, wenn die Prüfung bestanden wurde.

Klar gibt es jetzt bestimmt wieder ein paar Streber, die sagen : „Hätte man halt eher anfangen müssen…“

JA IST KLAR!
Ich habe jedoch ein Leben, welches will dass ich es genieße. Ich bin Studentin und das nur einmal im Leben. Ich werde nie wieder so wenig Verantwortung haben, wie zu meiner blühenden Phase und aus diesem Grund koste ich sie auch in vollen Zügen aus.
Leider sind aus diesem Grund die letzten 4 Wochen des Semesters dementsprechend, aber das ist es wert, würde ich behaupten.

Liebe Mama, lieber Papa, Bruderherz, liebe Freunde und Verwandte,
es tut mir wirklich leid euch den kommenden Monat so vernachlässigen zu müssen.
Andererseits könnt ihr euch gerne diese kleine Auszeit von mir als Ruhephase gönnen, denn in exakt einem Monat werdet ihr nicht mehr verschont! Dann geht´s erst wieder richtig rund… Also kuriert euch schön aus, Anpfiff ist in 4 Wochen!

La Milia wird euch bald wieder einiges zu bieten haben, das verspreche ich euch!

Mein Name ist Laura. Ich bin 24 Jahre alt und ein waschechtes Münchnerkindl. Mit meiner Website La Milia will ich euch einen Blog bieten, bei welchem für Jeden etwas dabei ist. "Der Sinn des Lebens, ist zu leben." Dies entspricht meiner Lebenseinstellung, weshalb ich euch die schönen Dinge nahebringen werde, die meinen Alltag jeden Tag einzigartig machen.

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